6.5  Außenlandung

              Outlanding

 

Auswahl der Außenlandefläche

  • Beginne frühzeitig mit der Auswahl einer geeigneten Fläche.
  • Wähle eine Landefläche in Windrichtung und mit ausreichender Länge.
  • Beurteile die Fläche auf freien Anflug und vorhandene Hindernisse.
  • Wähle den gewünschten Aufsetzpunkt.
  • Fliege einmal um die ausgewählte Fläche.
  • Eine sauber geflogene Platzrunde ist eine Voraussetzung für eine gute und sichere Landung.
  • Vergiss nicht den Lande-Check.
  • Bei einer hügeligen Fläche lande den Hang hinauf.
  • Verlasse dich nicht mehr auf deinen Höhenmesser; der zeigt dir regelmäßig nicht die Höhe über deinem Landefeld an.

Bzgl. der Entscheidungshöhen folge bei der Auswahl deiner Landfläche den Hinweisen des „Außenlande-Entscheidungstrichters“.

Normalerweise endet ein Überlandflug mit einer Landung auf dem eigenen oder einem anderen Segelflugplatz. Beobachte aus der Luft, wie die Platzrunde geflogen wird und frage per Funk nach Landeinformationen.

Wenn du unterwegs keine neue Thermik findest, besteht die Möglichkeit, dass du außerhalb eines Flugplatzes landen musst. Wir nennen die Landung außerhalb eines Flugplatzes „Außenlandung". Zum Glück gibt es auf dem Flug meist viele Felder, die du für eine sichere Außenlandung wählen kannst.

Die meisten Außenlandungen verlaufen gut; dennoch ist es notwendig, sie mit äußerster Konzentration und so gewissenhaft wie möglich durchzuführen.

In den wenigen Fällen, in denen eine Außenlandung mit einem Bruch endet, ist dies in der Regel auf eine zu späte und damit schlechte Wahl der Landefläche und eine schlecht durchgeführte Platzrunde zurückzuführen.

In dieser Übung wirst du dir zusammen mit deinem Fluglehrer mehrere mögliche Landefelder aus der Luft ansehen. Lange, bevor du auf Platzrundenhöhe ankommst, solltest du mindestens zwei oder drei Landemöglichkeiten ausgewählt haben. Wenn du die Möglichkeit hast, diese Übung im Motorsegler durchzuführen, kannst du sie mit der Navigations-Übung kombinieren.

Die Landung außerhalb des Flugplatzes kann stressig sein, besonders beim ersten Mal. Versuche, ruhig zu bleiben; konzentriere dich zunächst auf das Fliegen mit ausreichender Geschwindigkeit. Du wirst sehen, dass eine Außenlandung durchaus machbar ist, wenn du dir die Zeit nimmst, dich darauf vorzubereiten.

Du solltest immer wissen, ob du in einer Gegend landen kannst oder nicht. Besonders, wenn du unter 700 Meter über Grund fliegst, musst du prüfen, welche Gegend für eine Außenlandung geeignet ist. Oberhalb einer landwirtschaftlich genutzten Gegend ist dies einfacher, als z. B. in bergigem Gelände, über bebauten Flächen oder über Waldgebieten.

Wenn du über ungeeignetem Gelände fliegst, benötigst du immer zusätzliche Höhe, um einen Ausweg zu finden.

Beginne spätestens mit der Auswahl geeigneter Landflächen, wenn du 500 Meter über dem Boden fliegst.

Du musst die endgültige Landeentscheidung treffen für den Fall, dass du keine neue Thermik findest und auf 300 Meter gesunken bist.

 Abb 6.5.1 1 NfL Entscheidungstrichter web1100

Abb. 6.5.1.1  Außenlandetrichter

Entscheidungstrichter

Die Entscheidungshöhen geben an, wie viel Spielraum du für die Suche nach Thermik hast. Die Abbildung zeigt dir die Höhen über Grund in einem Trichter. Du kannst sehen, dass der Spielraum für die Suche nach Thermik immer kleiner wird, je tiefer du kommst.

Die Form des Trichters hängt natürlich von der Gleitzahl des Segelflugzeugs und der Windrichtung ab, aber der hier gezeigte Trichter zeigt das Prinzip.

Thermik fliegen über 700 m

Oberhalb des Trichters verwende deine ganze Aufmerksamkeit auf die Navigation und Suche nach neuer Thermik. Je tiefer du aber kommst, desto mehr musst du deine Aufmerksamkeit vom Thermikfliegen auf die Suche nach einem geeigneten Landefeld verlagern

700 m Entscheidungsstufe 1: Bodenorientierte Phase

Wenn du im oberen Teil des Trichters fliegst, nimmst du Kurs auf ein Gebiet mit möglichen, geeigneten Landeflächen.

Du suchst weiter nach Thermik, aber es müssen geeignete Landefelder vorhanden sein. Also fliegst du z.B. nicht mehr mitten über Städten oder großen Waldgebieten!

In dieser Phase solltest du ermitteln

  • die Windrichtung
  • die Windstärke
  • welche geeigneten Landeflächen vorhanden und erreichbar sind.

500 m Entscheidungsstufe 2: Landefeldorientierte Phase

In diesem Teil des Trichters ist dein Suchraum für Thermik begrenzt, genauso wie am Flugplatz, wenn du aus der Winde ausklinkst.

Du triffst nun die folgenden Entscheidungen:

  • wähle das Landefeld
  • erfasse Beschaffenheit, Umgebung und Hindernisse
  • lege den geplanten Aufsetzpunkt fest
  • lege die Platzrunde fest

versuche weiterhin, Thermik in der Nähe deines ausgewählten Landefelds zu finden.

300 m Entscheidungsstufe 3: Landephase

Wenn du keinen neuen Aufwind findest und auf 300 m gesunken bist, triff die endgültige Entscheidung zur Landung. Du verwendest deine ganze Aufmerksamkeit darauf, eine gute Landung zu machen und achtest nicht mehr auf mögliche Thermik.

Also:

  • Landeentscheidung treffen
  • Platzrunde fliegen

Die Höhenangaben zum Außenlande-Entscheidungstrichter sind natürlich nicht absolut. Über einem großen Stadtgebiet, über einem ausgedehnten Waldgebiet oder über Berghängen mit buckligen, steinigen Wiesen mit sehr wenigen Außenlande-Möglichkeiten wirst du in größeren Höhen früher nach geeigneten Landeflächen suchen, als über einem Gebiet mit lauter frisch gemähten Getreidefeldern.

Wahl des Außenlandfeldes gegen die Windrichtung, freier Anflug und ausreichende Länge

Die wichtigste Wahl bei einer Außenlandung ist ein ausreichend langes, ebenes Feld gegen die Windrichtung und mit freiem Anflug. Ein wenig Seitenwind ist kein Problem, aber vermeide Rückenwind oder fallendes Gelände in Landerichtung.

Die Windrichtung ist auf deiner Karte und in deiner Flugvorbereitung angegeben. Du kannst auch deinen Kompass nutzen, um festzustellen, welches der Kurs gegen den Wind ist.

Rauchende Schornsteine und rotierende Windmühlen zeigen die Windrichtung noch besser an. Beim Kreisen oberhalb von 300 m kannst du die Windrichtung auch durch den Wind-Versatz beim Kreisen ermitteln.

Wähle ein möglichst langes Feld. Es sollte mindestens lang genug für eine normale Landung und ein Ausrollen ohne Bremsen sein.

Denke aber daran, dass du auf diesem gerade ausreichenden Feld möglicherweise nicht genug Platz hast, wenn du einen (kleinen) Fehler machst.

 

 

Abb. 6.5.1 2 Anflug Außenlandung

Abb. 6.5.1.2  Anflug Außenlandung

 

Ein freier Anflug ist sehr wichtig. Eine Reihe von Bäumen, Strom- oder Telefonmasten am Anfang des Feldes verhindern, dass du die ersten hundert Meter des Feldes nutzen kannst.

Die Wahl des Feldes wird natürlich nicht durch das Vorhandensein einer Straße oder einer Gaststätte bestimmt; nimm das am besten geeignete Feld. Das Rückholen kann etwas länger dauern, aber die Reparatur von Landeschäden am Segelflugzeug wird viel länger dauern.

Die Länge der Felder ist von oben schwer abzuschätzen. Denke daran, dass Strommasten ca. 300 m und Telefonmasten ca. 80 m voneinander entfernt sind. Wenn du mehrere lange Felder im Gleitbereich hast, triff daraus die beste Auswahl gemäß der folgenden Präferenzliste:

  • Gemähte Getreidefelder (ohne Strohballen darauf)
  • Gemähtes Grasland, erkennbar an der hellgrünen Farbe des Grases
  • unbepflanzte Felder
  • Felder mit kurzem Bestand
  • Weide und Wiese (frei von Viehbestand)
  • Getreidefeld

Wahl des Außenlandefeldes in bergigem Gelände

In bergigem Gelände lande unabhängig von der Windrichtung hangaufwärts. Beachte bei einer Rückenwindlandung und Überfliegen von Hindernissen ggf. eine Leewirkung und fliege mit Überfahrt den Abfangbogen an.

Fange, dem Gelände entsprechend, schnell und stark ab.

Verhindere beim Ausrollen ein Rückwärtsrollen durch Einleiten einer Kurve; halte ggf. die Bremse fest.

Beurteilung Oberfläche / Bewuchs

Fliege zunächst um das gewählte Feld. Ist es wirklich frei von Hindernissen? Grünland übt auf uns Segelflieger eine enorme Anziehungskraft aus, weil wir immer von Grünland starten und landen. Aber bei einer Außenlandung ist ein Grünland nicht die erste Wahl. Gräben, Steine, Stacheldraht oder Elektrozäune kannst du aus 300 m Höhe nur sehr schwer zu sehen. Manchmal kannst du sehen, dass Teile des Feldes eine dunklere oder hellere Farbe haben. Bei Elektro- und Stacheldrahtzäunen kann ein Grundstück eine andere Farbe haben als das andere. Es ist schon ein ziemlicher Schock, kurz vor der Landung plötzlich einen Zaun vor sich zu sehen.

Auf Feldern lande in Richtung der Furchen des Bewuchses. Dies ist in der Regel die Längsrichtung.

Je dunkler der Bewuchs aussieht, je mehr Schatten du siehst, desto höher ist der Bewuchs. Mais wird etwa 2 m hoch. Spargel wird in etwa 40 cm hohen Reihen gepflanzt; auch das ist kein geeignetes Feld. Felder mit Sonnenblumen und Weinberge sind ebenfalls nicht geeignet.

Im August ist der größte Teil des Getreides gemäht und du wirst viele wunderbare Landeplätze finden. Von Mitte Juni bis zum Mähen des Getreides solltest du aber nur dann in einem Getreidefeld landen, wenn es unbedingt notwendig ist. Das Abfangen erfolgt hier mit den Flügeln so waagrecht wie möglich und mit eingefahrenen Luftbremsen auf der Höhe der Getreidespitzen. Denke daran, dass du sehr schnell zum Stillstand kommst. Und die Gefahr eines „Ringelpiez“ mit schweren Schäden am Segelflugzeug ist groß!

Erinnerungshilfe zur Auswahl eines geeigneten Landefeldes

Genauso, wie es als Erinnerungshilfe Checklisten gibt, kannst du dir auch für die Auswahl eines geeigneten Feldes eine Checkliste ausdenken und verinnerlichen:

  • Wind
  • Oberfläche
  • Länge
  • Neigung
  • Hindernisse
  • Kühe

Wind

Achte auf die Windrichtung. Wähle ein Feld in Windrichtung. Vom Landen mit Rückenwind wird dringend abgeraten, da dies zu einer wesentlich längeren Landestrecke und zu einer höheren strukturellen Belastung des Segelflugzeugs führt.

Oberfläche

Gute Landeflächen sind gemähte Getreidefelder, Stoppelfelder, Grasfelder und Felder mit kurzen Beständen. Versuche, lange Gewächse, wie z.B. Rapsfelder, zu vermeiden; diese machen es sehr schwierig, die Flügel bei der Landung waagerecht zu halten und du kannst dein Segelflugzeug beschädigen („Ringelpiez“).

Guter Ratschlag: Wenn du die braune Oberfläche des Bodens durch den Pflanzenbestand sehen kannst, dann ist es in der Regel in Ordnung, zu landen.

Länge

Dein Feld sollte mindestens lang genug für eine normale Landung und ein Ausrollen ohne Bremsen sein. Am besten ist es, ein möglichst langes Feld zu wählen.

Auf einem gerade ausreichenden Feld hast du möglicherweise nicht genug Platz, wenn du einen Fehler machst. Ziehe ggf. eine diagonale Landung, von Ecke zu Ecke, in Betracht.

Steigung

Eine Steigung sieht man am besten von der Seite und nicht von oben. Selbst steile Hänge sind von oben nur schwer zu erkennen. Aber Straßenführungen, Bachläufe und Vegetation können wichtige Hinweise auf Steigungen geben. Geradlinige Begrenzungen und rechtwinklige Felder deuten auf ebenes Gelände hin, kurvige Begrenzungen eher auf unebenes Gelände. Ein Bauer pflügt überwiegend entlang der Höhenlinie, selten in Neigungsrichtung. Bachläufe erkennt man am Bewuchs entlang des Baches (Bäume, Büsche). Wasser ist immer unten im Tal, nie oben auf dem Berg.

Jedes sichtbare Gefälle ist inakzeptabel. Eine leichte Steigung ist akzeptabel, aber bedenke, dass du eine andere Landemethode für bergauf liegendes Gelände benötigst.

Hindernisse

Es gibt viele Arten von Hindernissen zu berücksichtigen: Bäume und Gebäude, die Turbulenzen verursachen können, Stromleitungen und so weiter. Wenn du die Wahl hast, ist es ratsam, nicht über belebten Straßen oder Menschen zu landen. Dies kann zu Verkehrsunfällen führen.

Hinweis 1: Hindernisse reduzieren die nutzbare Feldlänge um mindestens das 10-fache der Hindernis-Höhe am Feldanfang.

Hinweis 2: Stromleitungen sind aus der Luft fast unsichtbar. Achte genau auf die Masten, an denen sie befestigt sind. Versuche, dir anhand mehrerer Masten ein Bild von der Leitungsführung zu machen.

Kühe

So wie du nicht in der Nähe von Menschen landen möchtest, möchtest du auch nicht auf einem Feld mit Kühen oder anderen Tieren landen. Pferde können sich erschrecken, Schafe neigen dazu, sich über ein Feld zu verstreuen, Kühe sind neugierig und können das Segelflugzeug beschädigen.

Die Platzrunde

Hast du dein Landefeld ausgewählt legst du die Platzrunde, die Position und den Landeanflug fest. Wenn du das Feld von oben betrachtest, wähle die Leeseite als Seite für die Platzrunde. Du solltest dann in Richtung des Landefeldes vorhalten. Auf diese Weise behältst du einen guten Überblick über das Feld. Fliege mindestens einmal über das gewählte Feld, um zu sehen, ob es irgendwelche Hindernisse gibt. Konzentriere dich darauf, eine gute Platzrunde zu fliegen.

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Abb. 6.5.1.3  Außenlandung, Anflug und Platzrunde von oben gesehen

Ignoriere mögliche Thermik in der Platzrunde. Du hast dich zur Landung entschlossen und durch das Einkreisen und den anschließenden Windversatz verlierst unter Umständen du die Möglichkeit, auf dem von dir gewählten Feld zu landen.

Verliere das Feld nicht aus den Augen. Stelle sicher, dass du eine sichere Fluggeschwindigkeit hast und überprüfe diese regelmäßig.

Bei einer Außenlandung ist es besonders wichtig, die Lande-Checkliste auszuführen. Tue dies gewissenhaft, bevor du die Platzrunde beginnst.

Fliege eine normale Platzrunde. Beachte die drei wichtigsten Faktoren der Platzrunde: Höhe, Abstand und Winkel.

Du musst die Höhe schätzen, weil du im Falle einer Außenlandung nicht weißt, wie hoch das Landefeld über dem Meeresspiegel liegt und der Höhenmesser nicht die Höhe über deinem Außenlandefeld anzeigt. Schätze die Höhe und wähle deinen Abstand zum Landefeld so, wie du es von deinen Landungen auf deinem Heimatflugplatz gewohnt bist.

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Abb. 6.5.1.4  Die Außenlande-Platzrunde - Höhe - Abstand - Winkel -

Fliege so weit neben dem gewählten Landefeld, dass du an der Position das Feld und geplanten Aufsetzpunkt im gewünschten Winkel schräg neben dir siehst. Du bist dann etwa 800 m von deinem geplanten Aufsetzpunkt entfernt. Lege deine Platzrunde so an, dass der Endanflug lang genug ist. Ein ausreichend langer Endanflug ist notwendig für eine Ziellandung.
Wenn du zu niedrig bist, kreise früher in den Queranflug ein, aber achte darauf, dass der Endanflug möglichst lang genug ist.

Fliege deinen Endanflug mit der normalen Landegeschwindigkeit (gelbes Dreieck). Bei starkem Wind und Turbulenzen fliegst Du etwa 10 bis 20% schneller. Lande nach Möglichkeit mit halb oder zwei Drittel ausgefahrenen Luftbremsen; dann hast du Reserven und kannst mit mehr oder weniger Ausfahren der Luftbremsen am geplanten Aufsetzpunkt landen.

Um zu überprüfen, ob du dies beherrschst, kannst du auf deinem Heimatflugplatz mit einem Fluglehrer einen Überprüfungsflug mit einer falschen Höhenmessereinstellung durchführen. Im Verlauf des Fluges musst du dann die Höhen schätzen. Wenn du zu hoch in der Platzrunde bist, kannst du noch einen Kreis fliegen oder bereits im Gegenanflug oder Queranflug mit den Luftbremsen etwas Höhe "vernichten" und wenn du zu niedrig bist, kreise früher in den Queranflug ein.

Die Landung

Während der Platzrunde ändere deine Entscheidung für das Landefeld nicht mehr, auch wenn dir ein anderes Feld nun geeigneter erscheint. Du hast nun keine Höhe mehr, um dieses Feld von oben gründlich zu beurteilen oder die Platzrunde zu verlagern, und die Gefahr von Schäden ist größer. Bleibe bei deiner Wahl.

Wenn du die letzten Hindernisse wie Bäume, Häuser, Zäune und Gräben passiert hast und du dich an dem gewählten Landefeld befindest, versuche, eine Ziellandung am geplanten Aufsetzpunkt zu machen. Führe eine normale Landung durch und lass das Segelflugzeug so kurz wie möglich über den Boden rollen. Vermeide unnötiges Rollen; dies verringert die Gefahr, auf ein unerwartetes Hindernis zu treffen oder über das Ende deines Landefelds (Gräben, Absätze!) hinaus zu rollen. Halte die Flügel waagrecht, bis du zum völligen Stillstand gekommen bist.

Wenn ein Flügel während des Rollens an einem Hindernis hängen bleibt, drücke den Steuerknüppel sofort ganz nach vorne, um den Schwanz des Segelflugzeugs in einem "Ringelpiez" zu entlasten. Dadurch werden große Seitenkräfte auf den Leitwerksträger vermieden. Dennoch kann das Segelflugzeug schwer beschädigt werden.

Nach der Landung

Versuche, mit den ersten eintreffenden Zuschauern das Segelflugzeug an den Feld-Rand zu ziehen. Häufig wird der größte Flurschaden durch Zuschauer verursacht. Versuche, mit dem Landwirt Kontakt aufzunehmen, bevor die Rückholmannschaft eintrifft. Ein Segelflugzeug verursacht in der Regel geringen Schaden bei einer Außenlandung und die meisten Landwirte haben nichts dagegen, wenn du erklärst, warum du eine Außenlandung machen musstest.

Denke daran, wenn du irgendwo mit einem Segelflugzeug landest, dass du ein Botschafter für deinen Sport bist. Versuche, das Beste aus der Situation zu machen, zeige den Zuschauern das Segelflugzeug und mache Werbung für den Segelflugsport!

Häufige Fehler bei einer Außenlandung

zu hoch im Gegenanflug

Wenn du bei hoher Basis deinen ersten Überlandflug machst und dann die Thermik ausbleibt,       glaubst du schon bei geschätzten 400 m über Grund, „die Baumspitzen zu kratzen“.

     nochmal checken „Bin ich tatsächlich in ca. 180 bis 150 m Höhe AGL an der Position?“

im Gegenanflug zu nah am Landefeld

Das Landefeld ist in der Regel viel kleiner als dein Heimat-Flugplatz; dies führt wegen der optischen Relationen unbewusst dazu, dass du den Gegenanflug näher am Landefeld machst.

     nochmal checken „Fliege ich meinen Gegenanflug tatsächlich in einem Abstand von ca. 800m von meinem Landefeld / geplanten Aufsetzpunkt?“

zu frühes Einkurven in den Queranflug

Im Gegenanflug wirst du, insbesondere, wenn du den Anflug zu nahe am Landefeld machst, dein Landefeld und geplanten Aufsetzpunkt beim Blick über die Schulter relativ früh nicht mehr sehen; das führt unbewusst dazu, zu früh in den Queranflug zu gehen.

     nochmal checken „Ist das tatsächlich der richtige Punkt, um in den Queranflug zu gehen?“

Die beschriebenen Fehler führen, wenn sie unbemerkt bleiben, dazu, dass am Ende der Platzrunde die Landekurve zu hoch und zu nah am Landefeld durchgeführt wird. Der geplante Aufsetzpunkt liegt unter steilem Winkel vor dir. In dieser Situation ist es fast unmöglich, die Ziellandung durchzuführen. Der tatsächlich realisierbare Aufsetzpunkt liegt viel zu weit im Landefeld. Das Landefeld ist zu kurz.

Gehe diese bei einer Außenlandung häufig auftretenden Fehler vor Durchführung deiner Überlandflüge immer wieder mental durch (Mentales Training) und baue die 3 Checkpunkte in die Platzrunde ein, damit du bei der Ausführung der Außenlandung nicht mehr groß darüber nachdenken musst.